Die gefährlichsten Menschen
26. Nov 2025,

Autsch. Das wollte ich nicht. Und das tut mir von Herzen leid. Doch der Titel ist mir einfach aus den Fingern in die Headline gerutscht – mit einer Leichtigkeit, die ich mir selbst nicht erklären kann. Und anderen will ich die Erklärung ersparen.
Natürlich gab es einen Anlass, einen Anstoss, der für diesen Satz mitverantwortlich ist. Ich hörte einen Beitrag über den „gefährlichsten Menschen“.
Bitte? Wer zählt zu den gefährlichsten Menschen?
Ich dachte sofort an Verbrecher oder Politiker. Oder an eine Mischung aus beiden. Vielleicht an Attentäter oder Psychopathen. Oder – genau – wieder an eine Mischung aus beiden.
Weit gefehlt.
Die Rede war von Menschen, die gefallen sind. Menschen, die auf der untersten Stufe des sozialen Lebens gelandet sind.
Menschen, die alles verloren haben.
Menschen, die von der Gesellschaft aufgegeben wurden.
Menschen, die sich kaum von einem Schlag des Schicksals erholen können.
Menschen, die in der Ausweglosigkeit gestrandet sind.
Kurz gesagt: Menschen, die sich wieder aufrappeln.
Die sich neu zurechtfinden.
Die sich neu gestalten, neu formen.
Die sich aus der Höhle des Übels wieder ans Licht kämpfen.
Genau diese Menschen sind gefährlich.
Nicht für dich, nicht für die Gesellschaft, nicht für den Planeten.
Sie sind gefährlich für etwas ganz anderes.
Wer in der Hölle der Ausweglosigkeit den Mut findet, sich ihr entgegenzustellen –
wer Wege aus der Dunkelheit sucht,
wer die Fantasie bemüht, sich neu zu erfinden,
wer ein neues Ich formt –
der wird gefährlich.
Für wen?
Für falsche Versprechungen.
Für Ungerechtigkeit.
Für Hass.
Für Unmenschlichkeit.
Für Verlockungen, die in die Irre führen.
Denn wer sein Rückgrat in der Hölle trainiert hat, lässt sich nicht mehr beugen.
Ach du meine Güte – wovon redet der Mann?
Der Mann redet davon, wie das Aufrechte entsteht.
Davon, auf Rechte zu bestehen.
Davon, sich nicht vereinnahmen zu lassen,
sich nicht korrumpieren zu lassen,
sich das Wort nicht verbieten zu lassen.
Oder einfacher gesagt:
Das Richtige zu tun.
Ach ja? Das Richtige für wen?
Wie wäre es mit:
Für sich selbst.
Für die Nachbarn.
Für die Gesellschaft.
Für die Menschlichkeit.
Zum Glück gibt es sie – diese gefährlichen Menschen.
Es sind keine Helden, keine Superfrauen oder -männer.
Es sind Menschen wie du und ich,
die unkäuflich geworden sind.
Holy smokes!
Wie gut wäre die Welt in Schuss,
wenn sich die universellen Menschenrechte wirklich durchsetzen könnten.
Gefährliche Idee?
Ja – für die Unmenschlichkeit bestimmt.
