115. Internationaler Frauentag: Wer verdient das Ruder?
08. Mär 2026,

Zum 115. Internationalen Frauentag: Warum Frauen 64% der gesetzlichen Rechte haben — und warum das Ruder dorthin gehört, wo Kompetenz ist.
Warum das denn, verdammt?
Vor einhundertundfünfzehn Jahren haben sich die Frauen den Internationalen Frauentag erkämpft.
Ein hervorragendes Jubiläum, das nicht leicht zu ergattern war.
In den Vereinigten Staaten von Amerika gab es damals eine sozialistische Arbeiterinnen-Bewegung. Die SP USA, also die Sozialistische Partei von Amerika, führte am 28. Februar 1909 den nationalen Frauentag ein. Die Frauen standen auf und strömten in die Strassen, um gegen die miserablen Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen zu protestieren.
Ein Jahr später schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vor, den Internationalen Frauentag einzuführen. Die männlichen Parteikollegen fanden dies überhaupt nicht ergötzend.
Schliesslich wurde am 19. März 1911 der allererste Internationale Frauentag gefeiert. Später wurde das Datum auf den 8. März gelegt. Die armen Männer brauchten ganze vierundsechzig Jahre, um diese Entscheidung zu verdauen.
1975 wurde von den Vereinten Nationen der 8. März offiziell zum Internationalen Frauentag erklärt.
Sorry für die Wartezeit, Ladies.
Natürlich will ich mir nicht nehmen lassen, wieder ein paar Frauennamen zu nennen, die Aussergewöhnliches für die Welt geleistet haben. Vor allem aus der Sicht der Männer sind diese Leistungen aussergewöhnlich. Denke ich mal.
Die Frau, die Hunderte Menschen aus der Sklaverei führte
Harriet Tubman entkam der Sklaverei und führte danach Hunderte weiterer Menschen in die Freiheit — im Bürgerkrieg diente sie zusätzlich als Spionin und Krankenschwester.
Die Premierministerin mit Herz und Konsequenz
Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, war bekannt für ihre mitfühlende und zugleich entschlossene Führung — besonders nach dem Attentat in Christchurch und während der COVID-Pandemie. Sie wurde Mutter, während sie das Land regierte.
Das Mädchen, das nicht schweigen wollte
Malala Yousafzai überlebte einen Taliban-Anschlag und wurde zur jüngsten Nobelpreisträgerin der Geschichte — als Aktivistin für Mädchenbildung weltweit.
Diese Frauen sind nur ein paar wenige Beispiele. Mein Portfolio an beeindruckenden Frauen der Welt wächst täglich.
Heute, am 8. März 2026, ist die Welt noch weiblicher als sonst. Denn es darf der Internationale Frauentag zum 115. Male gefeiert werden. Es ist völlig OK, wenn manche Männer — ich zum Beispiel — die Frau auch an den anderen Tagen feiern.
Nach zehntausend Jahren Politik der dominanten männlichen Spezies sieht die Welt ziemlich verlottert aus.
Nicht technisch, aber das Menschliche und die Sorgfalt für die Mitwelt und deren Bewohner kommen eindeutig zu kurz.
Und wieder steht eine Frage im Raum: Was wäre, wenn die Frauen das Ruder übernehmen?
Bevor die Schnappatmung überhand nimmt, will ich ein paar Fakten und Gedanken in die Runde werfen.
Und warum sollten Frauen das Ruder der Welt übernehmen?
Die Gedanken sind weder feministische Polemik noch Anbiederei beim weiblichen Geschlecht.
Das ist lediglich nüchterne Beobachtung:
Konsens statt Konfrontation. Weibliche Führungsstile tendieren nachweislich mehr zu Zusammenarbeit, Diplomatie und langfristigem Denken — Eigenschaften, die in einer Welt voller Nationalismus und Kurzschluss-Entscheide dringend gebraucht werden.
Kriege werden von Männern begonnen. Das ist keine Übertreibung, das ist Statistik. Keine einzige bewaffnete Auseinandersetzung der Neuzeit wurde von einer Frau initiiert. Vor allem hätten Frauen kaum Dinge wie Kanonen, Revolver, Raketen und Gewehre erfunden, die den Penis als Rollenmodell für das Design verwendet haben.
Empathie als politische Intelligenz. Länder mit weiblicher Führung — Neuseeland, Island, Dänemark, Finnland — schnitten in Krisen nachweislich besser ab. Nicht weil Frauen "netter" sind, sondern weil Empathie klug ist.
Die Natur zeigt's vor. Im Tierreich führen bei vielen Arten die Weibchen — Elefanten, Bienen, Orcas. Die Weibchen organisieren, erinnern, entscheiden. Die Männchen beschützen oder konkurrieren.
Und vielleicht das stärkste Argument: Frauen haben Jahrtausende lang die Welt unter schwierigsten Bedingungen am Laufen gehalten — oft ohne Anerkennung, ohne Bezahlung, ohne Macht.
Wenn man das kann, ist man wahrscheinlich überqualifiziert fürs Regieren.
Ob die Frauen das Ruder übernehmen sollten?
Besser vielleicht: Das Ruder sollte endlich dorthin, wo es schon lange hingehört — in die Hände der Kompetentesten.
Und da kommt es primär auf Fähigkeiten an, nicht auf das Geschlecht.
Persönliches Fazit: In meinen siebzig Jahren Lebensdauer haben mich vor allem die Frauen geprägt.
Ihr Denken — sofern ich es verstand — hat mich enorm viel gelehrt.
Und ich erkläre heute am 115. Internationalen Frauentag mit grosser Freude: Ich bin ein Feminist.

