Orient Ierung

26. Feb 2026,

Orient Ierung
Orient Ierung

Wie war das noch damals, als die Ansammlung an Märchen „Tausend und eine Nacht" und nicht „Tausend und eine Macht" hiess?

Damals, als der Orient noch exotisch und nicht als das muslimische Zentrum der Terroristen empfunden wurde?

„Hey, Evolution, schläfst du?"
„Wenn du aufwachst, dann orientier dich gefälligst. OK?»

Anderes Thema: Studien.

Wenn sich Wissenschaftler unruhig im Schlaf wälzen, oder tagsüber geistig etwas abwesend wirken, dann droht eine Studie. 
Denn die Unruhestifter sind diese Fragen über alles und jedes. 
Wissenschaftler sind wie die Dreijährigen, die ständig nach offensichtlichen Dingen wie blauer Himmel, wo kommen die Babys her und was ist Demokratie fragen müssen.

Ich mag Studien. Oftmals oder gar meistens sind Studierende, also Menschen, die das Studieren, das Untersuchen, das Befragen, das Auswerten von Berufs wegen tun. Und sie wollen durch eben solche Studien Fragen beantworten. Fragen haben, auf die eigentlich niemand kommt.

Studien sind nicht einfach locker hingeworfene Fragen, um dann noch lockerer ein Fazit daraus zu ziehen. 
Oh nein, Studien unterliegen — nicht den Fragen — sondern den strengen Auflagen des Gesetzes, um als Studien-Projekte überhaupt genehmigt zu werden.

Und eine solche Frage ist mir aufgefallen. 
Die Frage lautet: „Sind Regionen im Gehirn bei politischer Orientierung unterschiedlich?"
Oder exakter gefragt: Wie ticken politisch orientierte Menschen?
Und hier ist er wieder, der Orient.

In der riesigen Landschaft der Gehirnstruktur des Menschen gibt es Regionen, die spezifische Funktionen haben. 
Forschungen deuten darauf hin, dass strukturelle und funktionelle Unterschiede im Gehirn mit politischen Einstellungen korrelieren. Aha.

Und wie heissen diese Regionen — und kann man sich dort niederlassen?
Beginnen wir mit dem eher liberalen Kortex: Anteriorer cingulärer Cortex (ACC). Der Befund ist beeindruckend:

Eine vielzitierte Studie, veröffentlicht im Fachjournal Current Biology und in der renommierten Fachzeitschrift Nature Neuroscience, fand heraus, dass Liberale tendenziell eine grössere graue Substanz im anterioren cingulären Cortex (ACC) haben. Diese Hirnregion ist wichtig für Konfliktüberwachung (z. B. wenn widersprüchliche Informationen auftreten), kognitive Flexibilität, Fehlererkennung und Anpassung des Verhaltens. Das passt zu psychologischen Beobachtungen, dass liberale Personen oft offener für neue Erfahrungen und besser im Umgang mit Unsicherheit sind

Und wie sieht die regionale Beschaffenheit bei den Konservativen?
Die gleiche Studie zeigt, dass Konservative tendenziell eine grössere Amygdala, insbesondere in der rechten Gehirnhemisphäre, aufweisen. Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen, bei der Wahrnehmung von Bedrohungen und dem Gefühl von Angst oder Ekel. Dies könnte erklären, warum konservative Personen oft sensibler auf potenzielle Gefahren oder soziale Veränderungen reagieren – ein Muster, das auch in psychologischen Experimenten beobachtet wurde.»

Na sieh mal einer an. Es gibt tatsächlich robuste Hinweise darauf, dass konservative und liberale Menschen strukturelle und funktionelle Unterschiede in bestimmten Gehirnregionen aufweisen – insbesondere im ACC (bei Liberalen vergrössert) und in der Amygdala (bei Konservativen vergrössert).

Die Forschung zeigt: Unsere politischen Überzeugungen sitzen nicht nur flüchtig im Kopf – sie sind buchstäblich im Gehirn verankert. 
Aber wie genau diese Unterschiede entstehen, das wird bestimmt weitere Wissenschaftler zu Fragen bewegen, die neue Studien ins Rollen bringen.

Was ich mich nun frage: Wie waren die mit den Studien befassten Wissenschaftler politisch unterwegs? Wie überrascht waren sie beim Auswerten, weshalb jemand eher liberal oder mehr konservativ unterwegs ist?
Das wäre mal eine Studie für mich — um „vom Ergebnis Betroffene" zu sprechen, die eben diese Studie angeleiert haben.

Mein Fazit? Das ist immer noch die grundlegende Idee, dass die politische Einstellung eines mir sympathischen Menschen keinen Einfluss auf meine Zuneigung hat. Denn ich liebe Diskussionen und Debatten. Zudem bin ich kein Richter, ergo kann ich keine Skala bedienen.
Oder wie es im englischen Sprachgebrauch heisst: 

I'm not judgemental, just mental."

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