Bös Artig
27. Feb 2026,

Kunst ist Art. Und Art heisst Kunst. Also jedwede Facette, die Künstler in ihren unermesslichen Vorstellungen gestalten, formen und leben. Wie inspirierend sind Gemälde, die mehr sagen, als dies mit Tausenden von Worten möglich ist?
Sagt zumindest die Legende.
Wie beeindruckend sind tausend Worte, die sich direkt in Hirn und Herz brennen?
Wie packend sind Menschen, die das Schauspiel perfekt und überzeugend beherrschen?
Wie mitreissend sind Songs, die einen nicht mehr loslassen wollen?
Ohne Art, also ohne Kunst, wären wir nicht die Spezies, die in ihrem Schaffen so viel Unerwartetes und Neues gestaltet.
Doch bisher war die Kunst doch niemals böse in ihrer Art. Oder doch?
Moment mal. Der Begriff „artig" wird in der deutschen Sprache jenseits von der Kunst verwendet.
„Sei artig!" heisst „Benimm dich!»
Welch eine verwirrende Auswahl dieses eine Wort doch zu bieten hat.
OK, was heisst denn nun bösartig genau?
Der Begriff ist vielsagend und hat sich in vielen Bereichen der Gesellschaft etwas breitgemacht.
Das Wort bösartig beschreibt Verhalten als schädlich, schädigend oder moralisch verwerflich.
Oha.
Doch wie entsteht die Motivation, sich als bösartig zu zeigen und zu handeln?
Ist dieser Begriff bereits in den Genen abgelegt und macht den Menschen grundsätzlich zum Inbegriff der Boshaftigkeit?
Nein.
Der Homo Sapiens ist den Varianten an Möglichkeiten ausgesetzt.
Wer zum Beispiel nicht bemerkt, dass die eine Eigenschaft namens „Empathie" im eigenen Lager fehlt, wird allfällige bösartige Machenschaften nicht als solche erkennen.
Ups.
Wenn der Narzissmus blüht und der Machiavellismus spriesst, dann wächst an einigen Stellen des Humanismus nichts mehr.
Was um Himmelswillen ist Machiavellismus?
Nun, dieser olle italienische Philosoph Niccolò Machiavelli hat den Satz „Der Zweck heiligt die Mittel" geprägt und damit Tür und Tor für mieses Verhalten in Politik und Business geebnet. Danke dafür, bösartiger Niccolò.
Wer sich in der Nähe von Narzissten auskennt, wird sich mehr als einmal unwohl gefühlt haben.
Laut Auskunft aus dem Archiv der Griechen hat sich jener junge Mann namens Narziss in sein eigenes Spiegelbild verliebt und damit die anderen Existenzen mehr oder minder ignoriert. Oder manipuliert.
Wenn ich diese Zeilen jetzt lese, dann kommen mir die charakterlichen Beschreibungen unangenehm bekannt vor.
Habe ich etwa bösartige und narzisstische Freunde in meinem Umkreis?
Nein.
Sehe ich die falschen Filme?
Nein. Lese ich miese Bücher?
Hmmm, nein.
Ach du meine Güte. Bin ich etwa selbst narzisstisch veranlagt und huldige dem Machiavellismus?
Na?
Lass mich kurz überlegen.
Hmm.
Hmm. Hmm.
Hmm. Hmm. Hmm...
Fortsetzung und allfällige Antwort folgen.

