Esskalation
07. Mär 2026,

„Hallo? Da ist ein S zuviel!" Das ist mir durchaus bekannt, denn ich habe den Begriff so benannt.
Oder wie soll der Begriff denn sonst heissen, wenn der Vorgang des Essens aus dem Ruder läuft, über den Tellerrand schwappt oder sich mit den Hüften beschäftigt? Na also.
Zudem ist das Wort als Kombination durchaus sinnvoll.
Wenn morgens nach dem Duschen oder Baden dieses kleine flache Ding namens Waage bereits hämisch grinst.
Kaum ist der erste Fuss in Sichtweite der Skala, da meldet sich die kleine dünne Stimme: „Waage es nicht, mehr Gewicht als gestern anzuzeigen!"
Zwei Schritte, eine Katastrophe – freundlich offeriert: von deiner Waage.
Esskalation beschreibt eine graduelle Zunahme der Intensität oder Schwere einer Situation.
Na siehst du, da haben wir's doch: „Zunahme".
Und die Krise stellt sich freundlich vor. Das Herzstück der Krise wird nicht nur von der verschlechterten Laune gefüttert (!), sondern vom Fehlen überzeugender Ausreden.
Und da wird die Sache wirklich brenzlig.
Eine andere Komponente taucht beim Anziehen auf.
Immer wieder sind des Nächtens heimlich die Anonymen Schneider unterwegs, die alle Kleider auf eine kleinere Grösse schneidern.
Nicht zu vergessen: die Fieslinge der Nahrungsmittelindustrie und der düsteren, grossmäuligen Anbieter von Abnehmpillen, -spritzen und -pülverchen. Die Abnehm-Mafia überredet die Kandidaten, sich den Versprechungen superschneller Lösungen beim Abnehmen zuzuwenden. Ohne Verzicht auf das übliche Essen und ohne mühsame Verrenkungen mit sportlichen Aktivitäten auf sich nehmen zu müssen.
Und der Zyklus des Glaubens beginnt seine zwielichtige Arbeit.
Mit all diesen Methoden des leichten Abnehmens der eigenen Schwere wird erfahrungsgemäss nur die Brieftasche und das Bankkonto leichter.
Aber Essen ist doch die reinste aller Belohnungen, wenn sich der Duft heiss gebrauten Kaffees in die Nasenhöhlen und da ins Lustzentrum des Gehirns verirrt. Da ist kein Halten mehr. Nur noch pure Lust auf den neu köstlich riechenden Tag.
In der Hälfte des hellen Teiles des Tages zwinkert das Mittagessen einladend zu.
Unterbrich die harte Arbeit und geniesse das wohlverdiente Mahl in drei Gängen.
Dann kommt man nachmittags wieder in die Gänge.
Doch das Höchste in der Esskalation ist das abendliche Mahl mit der Familie oder dem Fernseher.
Na, wie verdient ist das denn, sich dem Gaumen zu widmen und den Geist abzuschalten.
Oh nein!
Der nächste Morgen ist alles andere als köstlich, geschweige denn munter.
Noch vor dem Frühstück läutet das Original der Eskalation an der Tür.
Drama!
Na dann recherchieren wir doch mal dieses elendige Wesen der Eskalation im Detail.
Im Buch „Eskalation for Dummies" wird bestimmt Nützliches zu finden sein.
Welche Zutaten braucht es, um eine Eskalation zu reizen?
Zum einen können Missverständnisse in der Kommunikation das Ding zum Starten bringen.
Oder wenn jemand diese sogenannten Machtspiele zum Hobby hat und dies dann an realen Personen ausprobieren mag.
Und natürlich sind es wieder diese urtümlichen, in der Genetik verankerten Emotionen, die eine Eskalation reizen können.
Also Dinge wie Wut oder Angst führen oft zu irrationalen Handlungen.
Na vielen Dank.
Was meint denn das „Eskalation für Dummies"-Büchlein dazu?
Früherkennung
Das rechtzeitige Erkennen von Anzeichen einer Eskalation ist entscheidend, um frühzeitig gegensteuern zu können.
Kommunikation
Offene und klare Kommunikation kann Missverständnisse ausräumen und die Gemüter beruhigen.
Mediation
Der Einsatz neutraler Dritter kann helfen, verhärtete Fronten aufzubrechen und Lösungen zu finden.
Flexibilität
Anpassungsfähigkeit in den Reaktionen und das Vermeiden von starren Haltungen können zur Lösung beitragen.
Häh? Was hat das denn mit dem Essverhalten zu tun?
Ach jetzt sehe ich es auch. Alles beginnt am Start des Tages, wenn ich Anzeichen von belastendem Essen erkenne und dann zum Obstkorb gegensteuere. Ganz klar.
Wie soll ich mit dem Käsebrot oder dem Schweinebraten eine offene Kommunikation starten?
Ah, wenn ich mein Gemüt beruhige, ist es vielleicht offener dafür, Salate, Avocados und etwas Öl und Essig zu haben.
Meditation? Beim Essen? Wie soll das denn gehen... ach so, Mediation. Also das neutrale Vermitteln bei verhärteten Fronten.
Wer könnte da gute Dienste leisten? Ah ja, Schweizer. Denn die sind bekanntlich neutral.
Und der letzte Punkt ist der Schwerste. Wie lässt sich das Starre der eigenen Reaktionen auf verlockendes, ungesundes Essen locker machen?
Wie, die Einstellung? Sollen wir alle das Essen einstellen?
Ach so, die Einstellung ZUM Essen.
Na, jetzt bin ich aber beruhigt.
Fazit: Die Esskalation hat hier keine Chance mehr. Schliesslich stehen bedrohliche und eindrucksstarke Waffen zum Kampf bereit.
„Eskalation for Dummies" und die Einstellung.

