Hu Man
19. Mär 2026,

Oh nein! Immer wieder taucht er unvermittelt und aus dem scheinbaren Nichts an die Öffentlichkeit. Wenn ein Wort in Einzelteile seziert wird, dann bröckelt der ursprüngliche Sinn etwas vor sich hin. Die Varianten sind dafür umso deutlicher. Oftmals taucht dann der Mann – oder im Englischen eher the man – aus dem Schatten der Wortkombination und macht sich wieder mal breit. Wenn er es nicht schon ist.
Human, also das Grundsätzliche des Menschseins, ist keine natürlich entstandene und genetisch vordefinierte Anforderung, um als Mensch zu gelten.
Nein, der Zustand inklusive des Begriffes Human wurde erkämpft und ist bis heute – oder vor allem heute – mit dem Kampf ums Überleben beschäftigt.
Das ist irgendwie seltsam, denn der Gedanke im Ursprung des Humanismus wirkt extrem.
Extrem besonnen, vernünftig und vor allem für die Menschen im Allgemeinen sehr dienlich.
Die Zutaten des Humanismus sind klar und sollten unmissverständlich sein.
Man nehme mit Hilfe von Philosophie und Ethik eine grosse Portion individuelle Freiheit, etliche Mengen an Vernunft, Tausende Löffel moralischer Integrität und schütte diese Mischung in den Ozean der wissenschaftlichen Erkenntnis.
WOW, welch grandiose Mischung ist das denn?
Nun, lass uns mal in das gebackene Ergebnis eintauchen.
Die Rosinen betonen die Vernunft, mit der die meisten menschlichen Probleme eher gelöst werden können.
Die grosse Masse ist nur eine Mengenangabe, denn der Einzelne bis hinunter zur DNA des Menschen wird als einzigartig angesehen. Und das schafft respektvolles Ansehen.
Der Teig des Humanismus ist mit vielen Fäden und Strängen an Bildung und Erziehung durchzogen.
Diese sind vollauf damit beschäftigt, aus dem Material menschliches Potenzial zu schaffen.
Evolution ist einfach unwiderstehlich.
Die Extremitäten, also Arme und Beine kümmern sich um das Kritische und das Empirische, um die Welt zu fördern.
Als Nebenprodukt werden mit Wissenschaft und Säkularismus die religiösen Dogmen entfernt.
Dies ist zwar noch immer im Versuchsstadium, aber bisher doch relativ erfolgreich.
Die Krönung des Gebackenen bildet eben diese Ethikgeschichte und die Moral davon.
«HuMan zu sein, das ist nicht wenig. Wer menschlich ist, wirkt wie ein König.» (Autor unbekannt verzogen)
Wann und wo genau ist ein Teil der menschlichen Bevölkerung falsch abgebogen?
Wann wurde der humane Teil einer Gesellschaft als bedeutungslos gestempelt?
Haben wir da was verpasst?
Immerhin war der Humanismus die Bewegung, die eine grandiose Sammlung an Rechten wie die universalen Menschenrechte aufs Papier und ins Leben brachte.
Und so nebenbei wird die Art der Bildung und ihre Systeme immer wieder kritisch hinterfragt.
Manchmal werden diese Bildungssysteme mit viel Glück sogar reformiert.
Wer hat es geschafft, unzählige Menschen zu überzeugen, dass dieses humanistische Ding völliger Quatsch ist?
Das war wahrscheinlich der- oder dieselbe, die Hühnern eingeredet hat, dass Massentierhaltung gut für sie sei.
Doch die toxischste Idee überhaupt ist die konsequente Entmenschlichung von Minderheiten.
Diese verstaubte Idee aus der Zeit von 1933–1945 hat wieder in die Salons der Politik und der Gesellschaft ihren Platz gefunden. Immerhin deutet die Rhetorik darauf hin.
Nein, danke.
Wie wär’s mit „Hey Man – Get Human!“ again?

